Analysen

Veröffentlicht Dezember 4th, 2014 | von Stephan Eyl

[Infografik] Wann Fans online sind

Der beste Content nützt nichts, wenn kein Fan online ist, um ihn zu sehen. Die Frage nach der optimalen Posting-Zeit ist so alt wie Facebook selbst und treibt jeden um, der für seine Posts die maximale Reichweite erzielen möchte.

Mit einer großangelegten Analyse bringen wir nun ein bisschen Licht ins Dunkel. Dazu haben wir für 1.000 deutsche Facebook Seiten untersucht, wann deren Fans online sind. Aus dem Durchschnitt der vielen Seiten ergibt sich ein sehr gutes Bild, wann Deutschland auf Facebook online ist (Infografik am Ende des Artikels).

Unsere Top 5 Erkenntnisse:

  1. Abendstund hat Gold im Mund
    Die meisten User sind abends zwischen 20 und 22 Uhr auf Facebook aktiv. Unter der Woche treffen Fanpages um diese Uhrzeit durchschnittlich 37% ihrer Fans an. Wahrscheinlich liegen um diese Uhrzeit viele Deutsche gemütlich auf dem Sofa und versuchen einen langweiligen Fernsehabend mit etwas Newsfeed-Lesen aufzuwerten. Mit dem Beginn der Tagesthemen verabschieden sich die Fans nach und nach ins Bett. Spätestens um 1 Uhr nachts sind dann nur noch durchschnittlich 5% der Fans online.
  2. Deutschland steht um 7 Uhr auf
    Zumindest aus Sicht der Facebook-Nutzung scheint 7 Uhr morgens der Zeitpunkt zu sein, an dem die Fans aktiv werden. Glaubt man aktuellen Studien, vergehen im Durchschnitt 11 Minuten vom Aufwachen bis zum Checken des Facebook-Newsfeeds. Ein paar Frühaufsteher (16%) sind sogar schon zwischen 6 und 7 Uhr anzutreffen. Einen Sprung auf 21% macht die Nutzung dann ab 7 Uhr. Am Wochenende verschiebt sich dieses Zeitfenster um circa 2 Stunden nach hinten.
  3. Vormittags sind weniger Fans online als nachmittags
    Im Schnitt ist die Nutzung von Facebook vormittags deutlich geringer als am nachmittags. Das könnte daran liegen, dass viele Nutzer vormittags entweder noch konzentriert arbeiten oder gar zur Schule gehen. Gegen nachmittag sind dann die Schüler frei zum Surfen und die Angestellten ergeben sich der Prokrastination.
  4. Irgendjemand ist immer online
    Es gibt keine Uhrzeit, zu der nicht durchschnittlich mindestens 4% der Fans online sind. Der geringste Wert wird unter der Woche um 3 Uhr nachts gemessen. Am Wochenende verschiebt sich auch dieser Wert um 2 Stunden und das Minimum wird erst um 5 Uhr morgens erreicht.
  5. Kein Sweetspot
    Es gibt kein singuläres Zeitfenster, zu dem die Aktivität der Fans exorbitant höher ist als zu den anderen Zeiten und Tagen. Die Abendstunden zeigen zwar eine doppelt so hohe Aktivität wie die Morgenstunden, aber so etwas wie den Samstagabend bei den TV-Einschaltquoten sucht man vergebens.

Aber Achtung: Für jede einzelne Seite kann das Bild ganz anders aussehen. Für unsere eigene Seite Fanpage Karma konnten wir messen, dass es auch tagsüber Zeiten gibt, zu denen mehr als 45% unserer Fans online sind. Es lohnt sich also ein genauer Blick auf die eigene Fanbase. In unserem Fall sind das Social-Media-Begeisterte, die auch tagsüber online sind. Es ist auch anzunehmen, dass Schüler ein anderes online verhalten haben als erwerbstätige Menschen. Wir haben daher diese Analysemöglichkeit in unser Tool Fanpage Karma eingebaut, damit Ihr die Online-Zeiten für Eure Seite(n) per Knopfdruck auswerten könnt.

Einen Schritt weiter denken

Es könnte ab und zu erfolgreich sein, nicht zu den Hauptzeiten zu posten. Denn dann ist der Konkurrenzdruck durch Posts anderer Unternehmen oder gar Freunde der User am größten. Deshalb sollten sich jetzt nicht jeder auf die Abendstunden stürzen. Es gilt, das Postingverhalten geschickt anzupassen. Wer Geschäftskunden anspricht, könnte sich die besten Zeiten tagsüber herauspicken, auch wenn abends generell mehr Betriebsamkeit herrscht. Denn tagsüber erreicht er seine Kunden direkt an ihrem Arbeitsplatz. In diesem Kontext sind sie vielleicht stärker bereit, sich über relevante Themen zu informieren, als dies in den Abendstunden der Fall ist.

Fan-Zustand-Matrix zum Ausfüllen

Es ist folglich nicht nur relevant, dass der Fan online ist, sondern auch, wo er sich befindet und in welchem Zustand. Die Wahrnehmung eines Posts und die Reaktion darauf hängt natürlich davon ab, ob der Fan ihn montagmorgens müde in der vollen S-Bahn sieht oder ganz entspannt auf dem Sofa beim Tatort-Schauen. Es lohnt sich also, einmal für die eigene Zielgruppe genau zu überlegen, wann sie wie und wo online ist. Dabei hilft die Fan-Zustands-Matrix (siehe Bild). Hier kann man für die eigene Zielgruppe oder Teile der Zielgruppe strukturiert überlegen, in welcher Situation man sie mit einem Post antreffen würde. Wer sich diese Gedanken einmal gemacht hat, der kann Inhalt und Tonalität wesentlich besser auf seine Fans abstimmen.

TIPP: Miss selber nach, wann genau Deine Fans online sind. Teste die neue Funktion auf www.fanpagekarma.com. Du findest sie unter „Insights > Multiplikatoren“.


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Über den Autor

Stephan ist Gründer und CXO bei Fanpage Karma.





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